Eltern sind die wichtigste Instanz in der Erziehung von Kindern. Sie sind darum wichtige Partner von Schule und Jugendhilfe. Die Berücksichtigung der Lebens-umstände von Familien und die Anerkennung Ihrer Erziehungseinstellungen sind wesentliche Voraussetzungen für erfolgreiche Präventionsarbeit mit Eltern. Die
Erziehung der Kinder stellt eine zunehmend hohe Anforderung dar. Die Gründe dafür liegen u. a. in der Pluralisierung der Lebensformen, in der Vielzahl von teilweise widersprüchlichen Erziehungszielen und der zunehmenden Individualisierung. Tradierte Leitbilder, Normen und Werte bieten keine ausreichende Orientierung mehr für die Gestaltung von Familie und Erziehung. Doppelbelastung von Eltern durch Arbeit und Erziehung, Arbeitslosigkeit und Mangel an Perspektiven, Sucht oder auch Armut sind zusätzliche Belastungsfaktoren. Viele Eltern sind mit Ihren Erziehungsaufgaben überfordert. Zunehmend sind Kinder sich selbst überlassen. Die Folgen sind Gesundheitsprobleme, mangelnde Bildungschancen oder auch erhöhte Gewalt-bereitschaft/ Delinquenz. Für Schule, Jugendhilfe und beratende Einrichtungen ist diese Entwicklung eine Herausforderung. Sie müssen einerseits in Ihren Einrichtungen Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsaufgaben übernehmen und andererseits Konzepte zur Elternarbeit entwickeln, die auf Unterstützung zielen und neben Erziehungsthemen wichtige Präventionsthemen wie Umgang mit Medien, Gewalt und Sucht enthalten.
Elterngespräche in der Schule konstruktiv und erfolgreich führen –
Von der Konfrontation zur Kooperation
Eine gute Zusammenarbeit zwischen Schulsozialarbeit und Elternhaus kann zu erfolgreichen Lernprozessen der Kinder sowie zur eigenen beruflichen Zufriedenheit maßgeblich beitragen. Ein vertrauensvolles und konstruktives Miteinander ist jedoch nicht selbstverständlich – häufig verlaufen Elterngespräche (beiderseits!) unbefriedigend: Missverständnisse, gegenseitige (Schuld-)Zuweisungen, unan-gemessene Erwartungshaltungen und nicht zuletzt eher eine Orientierung an Problemen statt an Lösungsmöglichkeiten. Die Fortbildung vermittelt Impulse für eine aktivierende Elternarbeit. Außerdem wirft sie einen Blick auf veränderte Lebenslagen und die Bedürfnisse von Familien in unserer Gesellschaft. Sie gibt einen Überblick über derzeit entwickelte Elternkurse und Programme zur Stärkung von Elternarbeit und bietet sowohl theoretische Grundlagen wie auch die Möglichkeit, eigene Erfahrungen einzubringen und Handlungsstrategien zu diskutieren und zu entwickeln. Eine zentrale Frage ist dabei: Wie können wir Eltern aus so genannten bildungsfernen Schichten und Familien mit Migrationshintergrund erreichen? Welche besondere Herausforderung liegt vor an beruflichen Schulen, also in der Arbeit mit Eltern älterer SchülerInnen?
Gestaltung des Angebotes:
Auf Grundlage eines methodisch-integrativen Ansatzes wird die Fortbildung verschiedene Zugänge nutzen: Theoretische Inputs, Reflexion der Erfahrungen aus schulischen und außerschulischen Elterngesprächen, Vorstellung und Erprobung von lösungs- und ressourcenorientierten Haltungen und Methoden, kollegiale Beratung zu den Anliegen der Teilnehmer, strukturierten kollegialen Austausch.