| |
 |  |  |  |  |
 |  |  |  |  |
|
| Brückenhofstraße
90 34132 Kassel Tel.:
05 61 - 9 40 93 0 Fax: 05 61 - 9 40 93 33 E-mail:
wbs-kassel@t-online.de Internet:
www.wbs-kassel.com
Schulleiter:
OStD Reiner Heine Stellv. Schulleiter: StD Bernd Wollenweber Abteilungsleiter
EIBE: StD Horst Böhme Sozialpädagogen: Simone Reimer, Markus Sennhenn Freier
Träger: Wege in den Beruf e.V. Verein zur beruflichen und sozialen Integration
Jugendlicher Korbacher Str. 215 34132 Kassel Tel.: 0 56 01 -
50 45 47 Fax: 0 56 01 - 92 53 11 E-Mail: info@wege-in-den-beruf.org
Homepage: www.wege-in-den-beruf.org | |
Kurzdarstellung
der Schule Die Willy-Brandt-Schule, Berufliche Schulen des Landkreises
Kassel in Kassel-Oberzwehren, ist ein modernes Berufsschulzentrum mit einem vielfältigen
Bildungsangebot. Zur Zeit wird die Schule von etwa 600 VollzeitschülerInnen
und 1.200 TeilzeitschülerInnen besucht. In Teilzeitform werden Auszubildende
im dualen Ausbildungssystem an ein bis zwei Tagen pro Woche in den Berufsfeldern
Gesundheit (Arzthelfer/in, Zahnarzthelfer/in, Tierarzthelfer/in, Pharmazeutisch-kaufm.
Angestellte) und Agrarwirtschaft (Gärtner/in und Florist/in) unterrichtet.
Vollzeitformen: Fachoberschule (Gesundheit); Zweijährige Berufsfachschule
(Medizinisch-technische und krankenpflegerische Berufe, sozialpflegerische und
sozialpädagogische Berufe sowie Ernährung und Hauswirtschaft); Berufsgrundbildungsjahr
(Ernährung und Hauswirtschaft); Berufsvorbereitungsjahr (Ernährung und
Hauswirtschaft, Textiltechnik, Metalltechnik, Elektrotechnik, Holztechnik, Projekt
Altenpflege (ab 2001/02)); Eingliederung in die Berufs- und Arbeitswelt (Fahrradwerkstatt,
Pflege/Gesundheit, Ernährung / Hauswirtschaft, Gestaltung) sowie die Lehranstalt
für pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA). Weiterhin besuchen Praktikanten
und Praktikantinnen aus den Berufsfeldern Sozialpädagogik, Gesundheit und
Ernährung/Hauswirtschaft; Jugendliche aus den Werkstätten für Behinderte
in Baunatal und Wabern; Jugendliche aus den Besonderen Bildungsgängen (Teilzeitform)
und Jugendliche aus Arbeitsamtslehrgängen (FAUB, BBE und G) die Willy-Brandt-Schule.
Grundkonzept von EIBE Die Willy-Brandt-Schule hat seit Beginn
des EIBE-Programmes 28 Teilnehmer in zwei Lerngruppen aufgenommen. Daneben besuchen
50 SchülerInnen das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ). Während sich
in einer Klasse SchülerInnen von Haupt- und Gesamtschulen aus Stadt und Landkreis
Kassel befinden, wird die andere Klasse ausschließlich von "LernhilfeschülerInnen
im Grenzbereich" besucht. In enger Zusammenarbeit zwischen Staatlichem Schulamt
Kassel, Berufsberatung des Arbeitsamtes Kassel, Eltern, Agathofschule und Willy-Brandt-Schule
sollen diese Jugendlichen schrittweise in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt integriert
werden (berufliche Rehabilitation). Nach EIBE-1 sollen sie in EIBE-2 auf individuelle
Einzelmaßnahmen vorbereitet werden. Am Ende stehen bei Ihnen weniger Schulabschlüsse
(Hauptschulabschluß) im Vordergrund, sondern Ausbildungsverhältnisse
(§§48, 52 im Berufsbildungswerk Kassel) sowie Arbeitsverhältnisse
im ersten Markt.
In
den EIBE-Klassen sind ca. 36% der SchülerInnen Ausländer, Aussiedler,
Asylberechtigte und Asylbewerber. (Insgesamt besuchen die Willy-Brandt-Schule
SchülerInnen aus 29 verschiedenen Nationen.) Ziel des Konzeptes ist ein ganzheitliches
und integratives Förderprinzip, um einerseits die Erweiterung der Sprachkompetenz
der Migranten im Bereich der deutschen Sprache zu fördern, andererseits Berührungsängste
und Vorurteile abzubauen. Die Zahl der Jugendlichen, die nach Absolvierung
ihrer Vollzeitschulpflicht keine Ausbildungs- oder Arbeitsstelle erhalten, ist
im Arbeitsamtsbezirk Kassel seit Jahren überdurchschnittlich hoch (bezogen
auf Hessen gesamt). In den Klassen der Besonderen Bildungsgänge (Teilzeit)
sind an drei Kasseler Schulstandorten insgesamt 365 Jugendliche ohne Ausbildungsverhältnis
amtlich erfasst, 170 davon an der Willy-Brandt-Schule (mit einem Anteil von 30,2%
ausländischen SchülerInnen). Folgende Schwerpunkte/Projekte werden
in den EIBE-Klassen durchgeführt: Fahrradwerkstatt; Gestaltung mit Holz und
Farben; Pflege, Ernährung und Betreuung von Säuglingen, Kleinkindern,
Kranken; Alternative und komplementäre Möglichkeiten der Gesundheitspflege
sowie Hauswirtschaft/Ernährung.
Allgemeine pädagogische Konzeption, Handlungsziele, Förderkonzept
(stichwortartig)
-
Vorbereitung auf die Schulwoche inhaltlich und mental v. LehrerIn und SozPäd.
gemeinsam (Teamteaching): gemeinsame Erarbeitung eines Wochenplanes
-
Konzeptionierung fächerübergreifender Projekte
-
Stütz- und Förderkurse im Wahlpflichtbereich (Deutsch/Englisch)
- Förderung
im IT-Bereich ist Hauptanliegen aller Projekte, daneben Email- und Website-Gestaltung
- Einstiegsfahrt
mit erlebnispädagogischen Ansätzen, um gruppendynamische Prozesse zu
intensivieren
- EIBE-Vertrag:
Bearbeitung besonderer Vorkommnisse und Konfliktbewältigung
- Kontinuierliche
Bearbeitung der Themen: Drogen, Gewalt, Sexualität in Zusammenarbeit mit
außerschulischen Einrichtungen (Aktionswoche Gewaltprävention)
- Aufzeigen
positiver Freizeitgestaltung und ABC-Programme (Inlinern, Klettern)
- gemeiname
Spiele (Schattentheater), Veranstaltungen (Messebesuche) und Feste (Internationaler
Jugendaustausch in Amsterdam, Abschlussfahrten)
- Praktika
in unterschiedlichen Strukturen mit Reflexionstag (Auswertungstag)
- Betriebserkundungen,
workshops, Besuch von öffentlichen und privaten Einrichtungen
- wöchentliche
Koordinationstreffen Lehrer-SozPäd. (Probleme, Perspektiven, Vereinbarungen,
Einzelfallbesprechungen, Entwicklung der individuellen Förderpläne)
- Reflexionstag
(Evaluation) Schule-Träger, einmal pro Halbjahr
- Kooperation:
abgebende Schulen/ Willy-Brandt-Schule (Beratung, Beurteilung, sonderpädagogischer
Förderbedarf, "Schnuppertage", Hospitationen, LehrerInnenaustausch)
- Elternabende,
Elterngespräche, Einzelberatung, Berufsberatung
- Kontakte
zu Betrieben, öffentlichen Ämtern und Institutionen, die im direkten
Zusammenhang mit den Einzelprojekten stehen.
Pädagogisches
Förderkonzept im theoretischen Kontext -
Pädagogischer Ansatz: individueller Förderbedarf (individueller Förderplan)
- Methodischer
Ansatz: Kombination der Handlungsfelder in unterschiedlicher Dimension (Lebensgeschichtlicher
Bereich/ Sport- und erlebnispädagogischer Bereich/ Beruflicher und allgemeiner
Bereich/ Betriebspraktika und -erkundungen)
- Didaktischer
Ansatz: Niveau- und Strukturorientierung
- Lerntheoretischer
Ansatz: Produktives Lernen.
Entscheidend
hierbei ist nun nicht die bloße Aufzählung (Nennung) der Felder, sondern
die unterschiedliche Dimension der methodischen Kombination der jeweiligen Elemente
und die passgenaue Abstimmung auf die Biografie und die Lebensthematik der Jugendlichen.
Es geht um das Erkennen der individuellen Problematik der Jugendlichen und ein
daran ausgerichtetes Förderprogramm. Es geht also nicht darum, die Jugendlichen
mit - quasi festgelegten - Inhalten und Sachverhalten zu konfrontieren, sondern
zuerst zu schauen, in welcher Lebenssituation sie sich befinden und dann zu überlegen,
welches pädagogische Programm für sie angemessen sein könnte. Die
Jugendlichen müssen ihre Probleme mit und in Tätigkeiten bearbeiten,
d.h. für unser Förderkonzept: Abschied nehmen sowohl von berufspädagogischen
Konzepten, die einseitig die Anforderungsseite der Tätigkeiten betont, als
auch Abkehr von herkömmlicher sozialpädagogischer Strukturierung und
Interventionen, in denen Beratung, Interaktion und Kommunikation betont wird.
Die alles entscheidende
Frage ist: welche Tätigkeiten sind für wen in welcher Lebenssituation
entwicklungsfördernd? Und diese Frage lässt sich nur aus der Entwicklung
der individuellen Förderpläne erschließen und vorantreiben. Kassel,
19.04.2001 top |
|